Verwaltungsgemeinschaft "Mittleres Nessetal"
Gemeinde Hocheim  

Bürgermeister Rolf Janson
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Ein neues Fenster für die Kirche von Hochheim
27.04.2015 - 11:03 Uhr
Mit der Einweihung des von Gert Weber gestalteten Kirchenfensters feierte die Gemeinde Hochheim den Abschluss der Kirchensanierung. Das Fenster ist eine Reminiszenz an Meister Eckart, der in Hochheim geboren wurde.
Das neue Kirchenfester in Hochheim wird eingeweiht. Foto: Klaus-Dieter SimmenDas neue Kirchenfester in Hochheim wird eingeweiht. Foto: Klaus-Dieter Simmen
Hochheim. Welche Früchte es trägt, wenn Denkmalpflege, Kirchengemeinde und politische Gemeinde an einem Strang ziehen, ist in Hochheim offensichtlich. Dort feierten die Einwohner am Sonntag (26. April 2015) gemeinsam mit vielen Gästen aus der Landeshauptstadt Erfurt die Einweihung des neuen Kirchenfensters, das der Georgenthaler Maler und Grafiker Gert Weber geschaffen hat.
Eingebaut wurde das Fenster bereits vor mehr als vier Monaten. Dass sich die Kirchengemeinde Zeit ließ bis in den April, um mit einem Festgottesdienst das Ereignis zu feiern, liegt schlicht dran, dass so lange in der Kirche gebaut wurde. Bürgermeister Rolf Janson erinnerte an jenen Tag, als die Wetterfahne vom Turm genommen werden musste, da sie herabzufallen drohte.
Hier offenbarte sich, dass sich auch der Kirchturm in einem bedenklichen Zustand befand. Dessen Sanierung zog auch Bauarbeiten im Chorraum nach sich. In dieser Zeit machte sich der Frauenkreis von Hochheim für ein neues Kirchenfenster an dieser Stelle stark. „Die Frauen wollten ein buntes Fenster haben“, blickte Janson zurück. „Und nun haben sie und wir viel mehr bekommen, nämlich ein Kunstwerk.“
Den Kontakt der Kirchengemeinde zum Künstler stellte Superintendent Friedemann Witting her, der einige Zeit auch in Hochheim als Pfarrer wirkte. Für Weber selbst war dieser Auftrag in hohem Maße spannend, galt es doch, in diesem Fenster einen Bogen zum Theologen und Mystiker Eckhart zu schlagen, der um 1260 in Hochheim zur Welt kam.
Der Künstler thematisiert in dem Fenster die Gottesgeburt im Menschen, etwas, das den mittelalterlichen Theologen intensiv beschäftigte. Witting verbindet mit dem Fenster die Hoffnung, dass möglichst viele in der Hochheimer Kirche, eben befördert durch dieses Kirchenfenster, die Gottesgeburt in sich erfahren. „Die Bedingungen dafür sind gegeben.“ Bürgermeister Rolf Janson präsentierte zum Festgottesdienst ein Foto, dass die Hochheimer Frauen vor dem alten Fenster zeigt. Und er betonte, wie sehr es ihn freue, dass der Wunsch aus dem Frauenkreis nun in Erfüllung gegangen ist. „Vor allem, weil viele Hochheimer sich mit Spenden an diesem Projekt beteiligt haben. Doch nicht nur Privatpersonen griffen in ihr Portemonnaie, sondern auch Unternehmen unterstützten das Anliegen mit finanziellen Zuschüssen.“
Für Janson ist das neue Fenster samt der sanierten Kirche etwas, das über sein Dorf hinaus strahlt. „Wir liegen nur ein paar Meter vom Nessetalradweg entfernt. Ich hoffe schon, dass die Zahl der Besucher wächst, die einen Abstecher nach Hochheim machen, um das Kirchenfenster von Gert Weber zu bestaunen.“
Dafür soll in absehbarer Zeit ein Abzweig für die Radfahrer mit einem entsprechenden Hinweisschild geschaffen werden.
Klaus-Dieter Simmen / 27.04.15 / TLZ

Über den Ort...

Die im Jahr 779 in einer Urkunde König Karls erstmals erwähnte Gemeinde Hochheim feierte im Mai 2004 ihr 1225 jähriges Bestehen. Einer der Höhepunkte dieses Festes war die Einweihung des restaurierten Kriegerdenkmals. Die Hochheimer Bürger, die Nachkommen und Verwandten der Opfer der beiden Weltkriege und andere Gönner spendeten soviel Geld, dass außer der Restaurierung auch drei Granitplatten mit den Namen aller 81 Opfer ausschließlich aus Spendengeldern finanziert werden konnten. Der Gottesdienst der vom Konzertchor Gotha sowie dem Posaunenchor begleitet wurde, verlieh der Einweihung den würdevollen Rahmen. So wurde dieser Tag für die betroffenen Familien und für die Gäste, zu denen auch der Landrat zählte, unvergesslich. Ein weiterer Höhepunkt an diesen Festtagen war der große Festumzug bei herrlichem Sonnenschein. Die Bürger hatten weder Kosten noch Mühen gescheut und somit den mehr als erwartet angereisten Zuschauern einen Umzug geboten, der seinesgleichen sucht!
Ein Ereignis, das unbedingt zu erwähnen ist, ist die Gnadenhochzeit des Tischlermeisters Richard Wagner mit seiner Frau Hilda. Am 05.05.2004 feierten sie ihren 70. Hochzeitstag. Nur wenigen Menschen ist ein so langes gemeinsames Leben vergönnt. Beide leben leider nicht mehr.
Im Jahr 2004 beendete auch Gerhard Müller seine 2. Amtszeit, die 14 Jahre betrug, als Bürgermeister. Mit der 1. Amtszeit von 1950 bis 1969 und der 2. Amtszeit wird er wohl der Bürgermeister mit den meisten Dienstjahren in der VG "Mittleres Nessetal" bleiben. Für seine Arbeit danken ihm die Bürger der Gemeinde sehr herzlich.
Der HTV übernahm ab dem 1. September 2004 die ehemalige Schulküche und holte sie aus dem Dornröschenschlaf. Die 38 Mitglieder, fleißige Bürger und Handwerker machten aus dem Gewinn der 1225 Jahrfeier, Spendengeldern und Zuschüssen wieder ein nutzbares Gebäude. Das jetzige Jugendzentrum hat nun schon sanierte Toilette, einen gemütlichen Saal und ein herrliches Jugendzimmer im Keller, welches durch den Landrat am 13.04.05 eingeweiht wurde. Der Saal hat nun schon wieder viele Feiern erlebt und die Gäste staunten nicht schlecht, wie viel man mit wenig Geld, aber durch fleißige Helfer erreichen kann. Zur Zeit entsteht eine Terrasse und die neu gekaufte Küche wird fertig gestellt. Es gibt noch große Pläne für das Jugendzentrum und wir hoffen auf die Umsetzung.
In der Gemeinde Hochheim sollen nun alle Schandflecken verschwinden. Um den Abbruch der nicht mehr sanierfähigen Gebäude durchzuführen, müssen vorher Eigentumsverhältnisse der in ganz Deutschland verteilten Besitzer geklärt werden. Insbesondere soll ein Gebäude vor der Kirche teilweise abgerissen werden. Erst diese Maßnahme ermöglicht den vollen "ungestörten" Anblick der Kirche von der Ortsmitte aus. Der verbleibende, sanierungsfähige Teil des Gebäudes soll zum Dorfmuseum umgestaltet (oder zu anderen Zwecken des öffentlichen Interesses genutzt) werden. Durch die Gesamtmaßnahme entsteht ein zentraler Dorfplatz, der zu Veranstaltungen im Freien genutzt werden kann sowie die Möglichkeit zur Errichtung eines Spielplatzes bietet.
Der Feuerwehrverein, die Kleintierzüchter, die Handballer und der HTV organisieren in Zusammenarbeit mit fleißigen Helfern in Hochheim die Feste. Der HTV übernimmt das Kinderfest, die Kirmes und die Rentnerweihnachts- sowie Faschingsfeier. Das Maibaumstellen, das Osterfeuer und die Absicherung aller Veranstaltungen übernimmt die Feuerwehr. Das Hähnekrähen sowie die große Jahresschau ist Sache der Kleintierzüchter. Sportveranstaltungen übernimmt der Sportverein Blau Weiß Goldbach/Hochheim. Der Schützenverein Westhausen e.V. hat auch Mitglieder aus Hochheim und übernimmt bei Festen die Schießbude sowie das traditionelle Vogelschießen. Mit Hilfe derer die hier erwähnt sind, ist es möglich das unsere Senioren ihre Weihnachtsfeier mit bunten Programm kostenfrei erleben dürfen!
Die Tradition des Laubmannes, welcher jährlich am Pfingstmontag von den Jugendlichen, die im nächsten Jahr Konfirmation oder Jugendweihe feiern, fortgesetzt wurde, kommt nun in eine schwierige Zeit. Der Kindermangel könnte schon in diesem Jahr mit nur einem Kind diese Tradition beenden. Der HTV hat sich bereit erklärt, mit seinen Leuten die fehlenden Kinder zu ersetzen und somit dieses kinderarme Jahr zu überbrücken und die Tradition zu erhalten.
Eine dringende Voraussetzung für den Erhalt des öffentlichen Lebens, unserer Kultur und der Fortsetzung unserer Traditionen ist das Verhindern der Abwanderung unserer jungen Generation.
Unter Nutzung aller Möglichkeiten wird versucht, ortsansässigen jungen arbeitslosen Menschen bei der Suche nach Arbeitsplätzen behilflich zu sein oder sie in vorübergehenden Arbeitsmaßnahmen einzubinden.
Die Bereitstellung von Baugrundstücken bzw. Schaffung der Voraussetzungen zum Erwerb von diesen, messen wir große Bedeutung bei. Junge Bauwillige, die sich für den Ort entschieden haben, erfahren alle mögliche Unterstützung.
Insbesondere in der Genehmigungsphase gilt es, einige leider noch vorhandene bürokratische Hürden aus dem Weg zu räumen